Quellensteuer Schweiz zurückholen: Schritt für Schritt [2026]

Quellensteuer Schweiz
Sebastian Legrand - Investment-Coach
Sebastian Legrand

Die Schweizer Quellensteuer (Verrechnungssteuer) beträgt 35 % auf Dividenden von Nestlé, Novartis, Roche und anderen Schweizer Aktien. Als Anleger mit Wohnsitz in Deutschland werden 15 Prozentpunkte auf deine Abgeltungsteuer angerechnet. Die restlichen 20 Prozentpunkte holst du aktiv per eF85-Portal beim ESTV (Eidgenössische Steuerverwaltung) zurück, mit einem Zeitaufwand von 30 bis 60 Minuten pro Antragsjahr. Frist: drei Jahre nach Ende des Ausschüttungsjahres. Diese Anleitung zeigt den Weg Schritt für Schritt.

Hast du Nestlé, Novartis oder Roche im Depot und möchtest keine Nachrichten über Dividenden und Steuerthemen mehr verpassen? In meinem Newsletter bekommst du kompakte Updates, wenn sich Fristdaten oder Verfahren ändern.

Was ist die Quellensteuer Schweiz und was die Verrechnungssteuer?

In der Schweiz nennt die Steuerverwaltung dieselbe Steuer "Verrechnungssteuer". International spricht man von "Quellensteuer", weil die Steuer direkt an der Quelle (beim ausschüttenden Unternehmen) einbehalten wird, bevor das Geld auf dein Depot-Konto fließt. Beide Begriffe beschreiben die gleiche Abgabe; dieser Artikel verwendet sie synonym.

Die Schweizer Quellensteuer beträgt 35 % auf Dividenden, die Schweizer Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten. Das betrifft alle international bekannten Schweizer Gesellschaften, darunter Nestlé (ISIN CH0038863350), Novartis (ISIN CH0012221716) und Roche (ISIN CH0012032048). Empfänger weltweit, egal ob in Deutschland, den USA oder Australien, bekommen von der Bruttodividende zunächst nur 65 % ausgezahlt. Der Rest geht an die ESTV (Eidgenössische Steuerverwaltung), die Schweizer Bundesbehörde mit Sitz in Bern, die für Rückerstattungen zuständig ist.

Diese Steuer trifft nicht nur Aktien: Sie gilt auch für Schweizer Anleihe-Zinsen und Fondserträge aus Schweizer Quellen. Im Alltag von Dividendenanlegern sind aber Aktien wie Nestlé und Novartis das relevante Thema. Der Artikel Dividende zeigt, wie Ausschüttungen grundsätzlich funktionieren; dieser Artikel fokussiert auf das Schweiz-spezifische Rückforderungsverfahren.

Ein praktischer Hinweis zum Depot: Die Dividendenrendite basiert auf der Bruttodividende. Durch die 35-prozentige Verrechnungssteuer ist die reale Nettorendite nach Steuern, zumindest bis zur Rückerstattung, spürbar gemindert. Wer das nicht weiß, wundert sich, warum weniger als erwartet auf dem Konto landet.

Quellensteuer Schweiz Rückerstattung

Wie hoch ist die Quellensteuer Schweiz auf Dividenden wirklich?

Die Schweiz erhebt 35 % Verrechnungssteuer auf Dividenden, einer der höchsten Quellensteuersätze weltweit. Zum Vergleich: Die USA erheben nach DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) 15 % auf Dividenden an deutsche Anleger, Frankreich 12,8 %. Laut Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Artikel 10, darf der Quellenstaat maximal 15 Prozentpunkte erheben; Deutschland rechnet genau diese 15 Prozentpunkte auf deine Abgeltungsteuer an. Die verbleibenden 20 Prozentpunkte sind direkt bei der ESTV als Rückerstattung beantragbar. Quelle: ESTV (estv.admin.ch) und BMF-DBA-Dokument, Stand Juli 2026.1 Steuerrecht kann sich ändern; aktuelle Regelungen immer beim zuständigen Finanzamt prüfen.

Konkretes Rechenbeispiel: Novartis, GJ 2025

Novartis schüttet für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 3,70 CHF je Aktie aus (Quelle: Novartis Investor Relations, Auszahlung ab 12. März 20262). Das Beispiel rechnet mit 100 Aktien:

  • Bruttodividende: 100 Aktien x 3,70 CHF = 370,00 CHF
  • Einbehalt Verrechnungssteuer (35 %): – 129,50 CHF
  • Netto ausgezahlt auf dein Konto: 240,50 CHF
  • Anrechnung in Deutschland (15 % von 370,00 CHF): 55,50 CHF (wird gegen deine Abgeltungsteuer verrechnet)
  • Rückerstattung von der ESTV (20 % von 370,00 CHF): 74,00 CHF (diesen Betrag holst du per eF85-Antrag zurück)

Bei einem Wechselkurs von rund 0,95 EUR/CHF (variabler Kurs, keine Garantie) entsprechen 74,00 CHF ca. 70 EUR Rückerstattung für 100 Novartis-Aktien. Historischer Kurs, keine Garantie.

Schweizer Dividendentitel wie Novartis und Nestlé zählen oft zu den Dividenden-Aristokraten, also Unternehmen, die über viele Jahre ihre Ausschüttung stabil gehalten oder gesteigert haben. Wer solche Aktien langfristig hält, summiert über die Jahre eine beträchtliche Rückerstattungssumme, wenn er den ESTV-Antrag konsequent stellt. Die Fundamentalanalyse hilft dir dabei, die Qualität eines Unternehmens wie Novartis unabhängig zu bewerten.

Quellensteuer Schweiz Beispiel

Das Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Deutschland erklärt

Das DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) zwischen Deutschland und der Schweiz regelt, wer wie viel besteuern darf, damit dieselbe Dividende nicht doppelt vollständig besteuert wird. Artikel 10 des DBA legt fest: Der Quellenstaat (Schweiz) darf maximal 15 % als Quellensteuer einbehalten. Da die Schweiz intern 35 % erhebt, ergibt sich die Differenz von 20 %, die dem Anleger erstattet werden muss.

Für dich als deutschen Privatanleger bedeutet das konkret:

  • Die 15 % werden von deiner inländischen Abgeltungsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag) abgezogen. Du zahlst also auf diese Dividende weniger Abgeltungsteuer.
  • Die übrigen 20 % sind kein Geschenk der Schweiz, sondern dein Rechtsanspruch. Du musst ihn aber aktiv per Antrag geltend machen.

Wer hat Anspruch auf die Rückerstattung?

Anspruchsberechtigt sind natürliche Personen mit Wohnsitz in Deutschland und unbeschränkter Steuerpflicht. Körperschaften, Unternehmen oder Anleger mit Wohnsitz außerhalb Deutschlands (und ohne entsprechendes DBA-Land) haben keinen oder einen abweichenden Anspruch. Die DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) gibt auf ihren Seiten einen nützlichen Überblick zu länderübergreifenden Erstattungsverfahren.3

Für den Antrag benötigst du außerdem eine Steueransässigkeitsbescheinigung: ein Dokument deines deutschen Finanzamts, das bestätigt, dass du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist. Diese Bescheinigung ist kostenlos; plane zwei bis vier Wochen Bearbeitungszeit ein.

Wie holst du dir die Quellensteuer Schweiz zurück?

Voraussetzungen im Überblick:

  • Depot bei einem deutschen Broker mit Schweizer Aktien im Bestand
  • Tax Voucher (Bankbescheinigung) des Brokers über die einbehaltene Verrechnungssteuer
  • Steueransässigkeitsbescheinigung deines deutschen Finanzamts
  • Konto im ESTV-ePortal (kostenlos, E-Mail-Adresse genügt)
  • Drucker und Postweg (das Verfahren ist noch nicht vollständig digital)

Wenn du noch ganz am Anfang stehst und wissen möchtest, wie du ein Depot aufbaust, hilft dir der Artikel Aktien kaufen für Anfänger als Einstieg. Danach komme hier zurück.

Schritt 1: Dividendenabrechnung und Tax Voucher besorgen

Der Tax Voucher (Bankbescheinigung) ist das zentrale Dokument für deinen ESTV-Antrag. Er bestätigt, welche Quellensteuer dein Broker von welcher Dividende einbehalten hat, aufgeschlüsselt nach ISIN, Dividendenbetrag und einbehaltener Steuer. Ohne ihn kann die ESTV deine Angaben nicht verifizieren.

Wichtig: Der Tax Voucher ist nicht dasselbe wie die normale Dividendenabrechnung, die du im Depot-Postfach findest. Manche Broker stellen ihn automatisch aus, andere nur auf Anfrage, manchmal gegen Gebühr. Mehr dazu im nächsten Abschnitt zur Broker-Kostenmatrix.

Die ISIN der Aktie (zum Beispiel Novartis: CH0012221716) muss im Tax Voucher ausgewiesen sein. Das ist zugleich das Identifikationsmerkmal für die ESTV.

Schritt 2: Konto im ESTV-ePortal anlegen und eF85 ausfüllen

Das eF85-Portal der ESTV erreichst du unter estv.admin.ch. Registriere dich mit deiner E-Mail-Adresse; ein kostenpflichtiger Zugang ist nicht nötig.

Im ePortal legst du einen neuen Antrag an und füllst das Formular eF85 aus. Du trägst dabei ein: die ISIN der Aktie, das Dividendenjahr (Achtung: das Dividendenjahr, nicht das Zahlungsjahr bei Schweizer Aktien, die im Folgejahr auszahlen), den Bruttodividendenbetrag und deine Bankverbindung. Die ESTV überweist den Erstattungsbetrag in der Regel in CHF; wenn du kein CHF-Konto hast, wird auf dein EUR-Konto umgerechnet (Wechselkurs der ESTV, nicht dein Hausbank-Kurs). Das Formular steht auf Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung.4

Eine Benutzeranleitung der ESTV als PDF steht zum Download bereit.5

Schritt 3: Steueransässigkeitsbescheinigung beim Finanzamt einholen

Die Steueransässigkeitsbescheinigung beantragst du schriftlich oder persönlich bei deinem zuständigen deutschen Finanzamt. Sie ist kostenlos und bestätigt, dass du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass das DBA greift. Plane zwei bis vier Wochen ein, bevor du die Bescheinigung erhältst. Hole sie frühzeitig, damit sie vorliegt, wenn du den Antrag einreichen möchtest.

Schritt 4: Antrag ausdrucken und postalisch an die ESTV senden

Ein vollständig digitales Verfahren gibt es noch nicht. Nach dem Ausfüllen im ePortal musst du den Antrag ausdrucken und per Post an die ESTV in Bern schicken. Adresse: Eidgenössische Steuerverwaltung, Eigerstrasse 65, 3003 Bern (Schweiz). Empfehlenswert ist ein Einwurf-Einschreiben; behalte eine Kopie des Antrags und aller beiliegenden Dokumente.

Schritt 5: Status verfolgen und Rückerstattung entgegennehmen

Den Bearbeitungsstatus kannst du im ePortal einsehen. Die ESTV nennt als Bearbeitungszeit "mehrere Monate"; in der Praxis berichten Anleger von vier Wochen bis sechs Monaten, abhängig vom Antragsvolumen.

Die Rückerstattung erfolgt in CHF. Falls du ein EUR-Konto angegeben hast, rechnet die ESTV zum Tageskurs um. Den Zufluss in EUR musst du im Jahr des Zahlungseingangs als Kapitalertrag aus dem Ausland in deiner Steuererklärung angeben.

Quellensteuer Schweiz 5 Schritte

Wer Dividenden aus Schweizer Aktien erhält und das Depot gerade aufbaut, findet in meinem kostenlosen Webinar "5 Schritte zum Dividenden-Depot" einen strukturierten Einstieg. Hier geht es zum kostenlosen Aktien-Webinar.

Was kostet die Rückforderung der Quellensteuer Schweiz? Broker-Kostenmatrix

Die Quellensteuer Schweiz lässt sich bei jedem deutschen Broker zurückfordern. Der Unterschied liegt in den Kosten für den Tax Voucher, und der hat direkte Auswirkungen darauf, ob sich der Aufwand finanziell rechnet.

Broker Tax Voucher Kosten Break-even Rückerstattung
ING automatisch im Depot-Postfach 0 EUR ab ca. 1 EUR sinnvoll
Consorsbank automatisch 0 EUR ab ca. 1 EUR sinnvoll
Flatex auf Anfrage 5,90 EUR ab ca. 30 EUR
Comdirect auf Anfrage 17,73 EUR ab ca. 18 EUR (mind. 88,65 CHF Bruttodividende)

Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr; Broker können Konditionen ändern. Quellen: eigene Recherche, Broker-Preisinformationen.

Break-even bei Comdirect: Bei 17,73 EUR Tax-Voucher-Kosten lohnt sich der Antrag erst, wenn die ESTV mindestens 17,73 EUR erstattet. Da die Erstattung 20 % der Bruttodividende beträgt, brauchst du eine Bruttodividende von mindestens 88,65 CHF (ca. 84 EUR bei einem Wechselkurs von rund 0,95), was rund 24 Novartis-Aktien bei 3,70 CHF Dividende je Aktie entspricht.

Hinzu können Eingangsgebühren deiner Bank kommen, wenn die ESTV in CHF überweist und du kein CHF-Konto hältst (variiert, 0 bis etwa 12,50 EUR je nach Institut). Wer regelmäßig Schweizer Aktien hält, sollte ein CHF-Konto bei einem günstigen Anbieter prüfen.

Die Ausschüttungsquote zeigt, ob ein Unternehmen seine Dividende aus dem freien Cashflow zahlt. Das ist ein guter Anhaltspunkt dafür, ob die Dividende auch in Zukunft stabil bleibt und die Rückforderung langfristig immer wieder anfällt.

Brokervergleich

Quellensteuer Schweiz zurückfordern: Antrag vor 2020 oder ab 2020?

Das Verfahren hat sich 2020 grundlegend geändert. Hier die klare Abgrenzung:

Bis 31. Dezember 2019 (Papier-Formular 85):
Für Dividenden, die bis Ende 2019 ausgezahlt wurden, galt das papierbasierte Formular 85 (ausgefüllt im Snapform Viewer, postalisch eingereicht). Die Frist für Dividenden aus 2019 endete am 31. Dezember 2022. Diese Forderungen sind verfallen. Wer noch ältere Dividenden geltend machen wollte, hat die Möglichkeit verpasst.

Ab 1. Januar 2020 (ausschließlich eF85):
Für alle Dividenden ab 2020 gilt zwingend das Online-Portal eF85. Ein Papier-Formular 85 wird für neuere Ansprüche von der ESTV nicht mehr akzeptiert.

Wichtige Fristen: Die Quellensteuer Schweiz verjährt nach drei Jahren

Dividendenjahr Antragsfrist
2023 31. Dezember 2026
2024 31. Dezember 2027
2025 31. Dezember 2028

Stand: Juli 2026. Fristdaten laut ESTV-Verfahrensordnung.

In der Praxis zeigt sich: Die 3-Jahres-Frist ist das größte Risiko. Wer Dividenden aus 2023 noch nicht beantragt hat, läuft bis Ende 2026. Je früher du stellst, desto weniger Stress. Einen offenen Antrag pro Dividendenjahr kannst du im ePortal nach und nach zusammenstellen und dann einmalig ausdrucken und einreichen.

Lohnt sich die Rückforderung der Quellensteuer Schweiz für dich?

Die Antwort hängt von deinem Broker und der Größe deines Schweizer Aktienbestands ab.

Bei ING und Consorsbank (Tax Voucher kostenlos): Die Rückforderung lohnt sich praktisch ab dem ersten CHF. Selbst bei kleinen Positionen übersteigt der Rückerstattungsbetrag den Aufwand schnell. Der einmalige Zeitaufwand beträgt im ersten Jahr 30 bis 60 Minuten (Konto anlegen, Formular ausfüllen, Bescheinigung besorgen); in Folgejahren reduziert er sich auf rund 15 Minuten.

Bei Comdirect (17,73 EUR Tax Voucher): Break-even liegt bei rund 88,65 CHF Bruttodividende (ca. 84 EUR bei einem Kurs von 0,95). Das setzt gut 24 Novartis-Aktien bei 3,70 CHF Dividende je Aktie voraus. Wer deutlich darunter liegt, sollte prüfen, ob ein Broker-Wechsel wirtschaftlich sinnvoll ist.

Grenzfall: Sehr kleine Positionen:
Bei unter 15 Novartis-Aktien übersteigt der kombinierte Aufwand (Zeit plus eventuelle Broker-Kosten) den Erstattungsbetrag. Hier ist die Rückforderung weniger sinnvoll, es sei denn, du planst die Position auszubauen.

Die erstatteten CHF lassen sich direkt in weiteren Aufbau investieren. Der Artikel zu Dividenden reinvestieren zeigt, wie das konsequent funktioniert.

Wo trägst du die Quellensteuer Schweiz in der deutschen Steuererklärung ein?

Das zweistufige System (15 % Anrechnung, 20 % ESTV-Rückerstattung) bedeutet, dass du in der deutschen Steuererklärung verschiedene Dinge an verschiedenen Stellen einträgst.

Die 15 % Anrechnung (Anlage KAP):
Die anrechenbare ausländische Quellensteuer (15 % der Bruttodividende) trägst du in der Anlage KAP ein. Dein Broker übermittelt diese Information normalerweise direkt an das Finanzamt oder weist sie in der Jahressteuerbescheinigung aus. Du zahlst dadurch weniger Abgeltungsteuer auf dieselbe Dividende. Hinweis: Solange deine gesamten Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag (1.000 EUR für Einzelpersonen, 2.000 EUR bei Zusammenveranlagung) nicht überschreiten, fällt ohnehin keine Abgeltungsteuer an, die 15-%-Anrechnung läuft dann ins Leere, und du profitierst ausschließlich von der 20-%-Rückerstattung über die ESTV.

Die 20 % ESTV-Rückerstattung:
Den CHF-Betrag, den die ESTV dir überweist, trägst du im Jahr des Zuflusses als Kapitalertrag aus dem Ausland ein (ebenfalls Anlage KAP, Zeile für ausländische Kapitalerträge). Den CHF-Betrag rechnest du zum Tageskurs des Zuflusses in EUR um. Dieser Ertrag unterliegt der deutschen Abgeltungsteuer.

Günstigerprüfung beachten:
Wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 % liegt, kann die Günstigerprüfung bei Kapitalerträgen dazu führen, dass du noch weniger Steuer auf die Dividende zahlst. In dem Fall lohnt ein Blick in die Anlage KAP noch einmal mehr.

Wichtig: Die erstatteten 20 % sind ein einmaliger Zufluss. Du kannst sie nicht erneut als "anrechenbare Quellensteuer" abziehen. Einmal erstattet, ist das Thema für dieses Dividendenjahr erledigt.

Bei Fragen zur individuellen steuerlichen Situation wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.

Mein Fazit zur Quellensteuer Schweiz

Die Schweizer Quellensteuer von 35 % klingt abschreckend. Das Rückforderungsverfahren ist aber, einmal aufgesetzt, handhabbarer als sein Ruf. Das eF85-Portal der ESTV führt dich strukturiert durch die Eingaben. Die größte Hürde ist die Steueransässigkeitsbescheinigung vom deutschen Finanzamt, die zwei bis vier Wochen Vorlauf braucht.

Entscheidend ist das Broker-Setup: Bei ING oder Consorsbank (kostenloser Tax Voucher) ist die Rückforderung auch bei kleineren Positionen nahezu immer sinnvoll. Bei Comdirect rechnet sich die Sache erst ab rund 24 Novartis-Aktien (oder entsprechender Dividendenmasse aus anderen Schweizer Titeln).

Wer Nestlé, Novartis oder Roche langfristig im Portfolio hält, sollte die eF85-Routine einmal aufbauen und dann Jahr für Jahr konsequent anwenden. Das ist kein Aufwand, das ist eine Einkommensquelle.

Wer neben dem Steuer-Handwerk auch die Grundlagen des Aufbaus eines planbaren Dividenden-Depots kennen möchte: In meiner Börsen-Ausbildung zeige ich dir, wie du ein Portfolio aufbaust, das dauerhaft Einkommen generiert, und wie du dabei Steuerthemen wie die Quellensteuer Schweiz von Anfang an korrekt einplanst. Mit über 20 Jahre als Investor an den Märkten und Erfahrungen aus unterschiedlichsten Marktphasen habe ich über 23.000 Menschen beim Aufbau eines planbaren Zusatzeinkommens unterstützt.

Häufige Fragen zur Quellensteuer Schweiz

Wie hoch ist die Quellensteuer Schweiz auf Dividenden?

Die Schweizer Quellensteuer beträgt 35 % auf Dividenden. Als Anleger in Deutschland werden 15 Prozentpunkte auf deine Abgeltungsteuer angerechnet; die verbleibenden 20 Prozentpunkte holst du per eF85-Antrag bei der ESTV zurück. Netto trägst du damit, nach Abgeltungsteuer und Rückerstattung, in der Regel keinen dauerhaften Steuer-Nachteil gegenüber deutschen Aktien.

Wie lange dauert die Rückerstattung der Quellensteuer Schweiz?

Die ESTV nennt "mehrere Monate" als Bearbeitungszeit. In der Praxis berichten Anleger von vier Wochen bis zu sechs Monaten. Der Antrag muss postalisch eingeschickt werden, was die Bearbeitungszeit verlängert. Der Status ist jederzeit im ePortal einsehbar.

Bis wann muss ich die Quellensteuer Schweiz zurückfordern?

Die Frist beträgt drei Jahre nach Ablauf des Dividendenjahres. Für Dividenden aus 2023 läuft die Frist am 31. Dezember 2026 ab. Dividenden aus 2019 und früher können nicht mehr beantragt werden, da die Fristen abgelaufen sind.

Welche Dokumente brauche ich für den eF85-Antrag?

Du brauchst den Tax Voucher deines Brokers (Bankbescheinigung über die einbehaltene Quellensteuer), eine Steueransässigkeitsbescheinigung deines deutschen Finanzamts und einen Zugang zum ESTV-ePortal. Die Steueransässigkeitsbescheinigung ist kostenlos; plane zwei bis vier Wochen für die Ausstellung ein.

Kann ich die Quellensteuer Schweiz auch für vergangene Jahre nachträglich beantragen?

Ja, für bis zu drei Jahre rückwirkend. Für Dividendenjahr 2023 ist der Antrag bis 31. Dezember 2026 möglich. Für 2022 und früher ist die Frist abgelaufen. Der Antrag kann mehrere Dividendenjahre gleichzeitig umfassen, du musst nicht für jedes Jahr einen separaten Vorgang starten.

Gilt die Rückerstattung auch für Nestlé- und Roche-Aktien?

Ja. Das DBA-Verfahren gilt für alle Schweizer Dividenden: Nestlé (ISIN CH0038863350), Novartis (ISIN CH0012221716), Roche (ISIN CH0012032048) und sonstige Schweizer Gesellschaften. Voraussetzung ist jeweils, dass die Aktien in einem deutschen Depot liegen und du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Steuergesetze und DBA-Regelungen können sich ändern. Bitte wende dich für individuelle Steuergestaltung an einen zugelassenen Steuerberater oder Steuerfachhelfer. Historische Rückerstattungsbeträge und Kursdaten sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Stand: Juli 2026.

Dieser Artikel stellt außerdem keine individuelle Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Eigene Recherche und gegebenenfalls Rücksprache mit einem qualifizierten Berater werden empfohlen. Historische Renditen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen.

Korrektur-Hinweis: Solltest du einen sachlichen Fehler finden oder hat sich ein Fristdatum geändert, freue ich mich über eine Meldung an info@sebastianlegrand.de. Inhaltliche Korrekturen werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet. Der Artikel wird mindestens halbjährlich auf Aktualität überprüft, nächste Prüfung: Januar 2027.

Quellen

Bestseller-Buch:

Aktien für Einsteiger

Aktien für Einsteiger
Sebastian Legrand - Investment-Coach
Sebastian Legrand
Börsen-Investor, Vater und Coach. Nachdem ich jahrelang damit beschäftigt war meine eigene Börsen-Strategie zu entwickeln, gebe ich sie heute an andere weiter. Wenn ich nicht gerade mit meinen 2 kleinen Söhnen Fußball spiele, bilde ich Privatanleger zu Börsen-Investoren aus, sodass sie sich ein Zusatzeinkommen durch Aktien generieren. In den letzten 3 Jahren habe ich schon mehr als 200 Menschen persönlich ausgebildet und mehr als 2.300 Menschen dabei geholfen durch die “SL-Strategie” stabile und hohe Renditen zu erzielen. Mehr Infos findest du auf der „Über mich“-Seite.

Kennst du schon diese Beiträge?