Covered Call: Strategie, Prämien und Risiken erklärt

Covered Call Titelbild
Sebastian Legrand - Investment-Coach
Sebastian Legrand

Ein Covered Call ist der Verkauf einer Kaufoption auf Aktien, die du bereits besitzt. Der Käufer zahlt dir sofort eine Prämie und erhält dafür das Recht, dir die Aktien bis zu einem festgelegten Termin zu einem festgelegten Preis abzukaufen. Die Prämie gehört dir in jedem Fall. Im Gegenzug gibst du alle Kursgewinne oberhalb dieses Preises ab. Die Strategie heißt auf Deutsch gedeckter Kaufoptions-Verkauf, im Handel spricht man vom Stillhalter-Geschäft. Sie funktioniert am besten in seitwärts laufenden Märkten und kostet dich Rendite, wenn der Kurs stark steigt. Nach unten schützt sie kaum: Die Prämie polstert einen Kursverlust nur geringfügig ab.

Es gibt eine Strategie, mit der du deine bestehenden Aktien arbeiten lässt, ohne sie zu verkaufen. Sie ist nichts Exotisches, sondern seit Jahrzehnten Standard, und sie hat einen Preis, den viele Anbieter nicht offen nennen. Als Investor mit über 20 Jahren an den Märkten, aktiver Stillhalter und Gründer der OptionsApp habe ich über 23.000 Menschen im Bereich Börse und Investments unterstützt. Was der Covered Call wirklich einbringt, was er kostet und wie er in Deutschland besteuert wird, klärt dieser Artikel. Die Grundlagen der Aktienauswahl findest du in meinem Buch „Aktien für Einsteiger".

Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt das Rechenbeispiel weiter unten in einer Zahl: Bei einer Prämie von 3 Prozent auf drei Monate Laufzeit kostet dich ein Kursanstieg von 30 Prozent rund 1.700 Euro entgangenen Gewinn je 100 Aktien, während dieselbe Prämie aus einem Kursrückgang von 20 Prozent nur 17 Prozent macht. Beide Zahlen stammen aus derselben Position, und sie beschreiben den Tausch, um den es bei dieser Strategie geht.

Dazu kommt eine steuerliche Entwicklung, die die Strategie für deutsche Anleger deutlich attraktiver macht, als sie es noch vor Kurzem war: Der aktuelle Wortlaut von § 20 Absatz 6 Einkommensteuergesetz enthält keine betragsmäßige Beschränkung mehr für die Verrechnung von Verlusten aus Termingeschäften.1 Jahrelang galt eine Deckelung, die Stillhalter empfindlich traf. Diese Hürde ist im Gesetzestext nicht mehr zu finden, und praktisch kein deutscher Ratgeber zum Thema hat das bisher nachgezogen.

Wie funktioniert ein Covered Call?

Das Wort "covered" bedeutet gedeckt, und genau darin liegt der Unterschied zu spekulativen Optionsgeschäften. Du verkaufst nur ein Kaufrecht auf Aktien, die du bereits besitzt. Wird das Recht ausgeübt, lieferst du aus dem Depot. Du kannst nicht in die Lage kommen, Aktien teuer nachkaufen zu müssen, die du gar nicht hast.

Der Ablauf hat vier Schritte. Du besitzt mindestens 100 Aktien eines Unternehmens. Du verkaufst eine Kaufoption darauf, mit einem Ausübungspreis über dem aktuellen Kurs und einer Laufzeit von meist wenigen Wochen bis zu drei Monaten. Dafür bekommst du sofort die Prämie gutgeschrieben. Am Ende der Laufzeit entscheidet der Kurs, was passiert.

Der Ausübungspreis ist deine wichtigste Stellschraube. Wählst du ihn knapp über dem aktuellen Kurs, bekommst du eine hohe Prämie, gibst aber schon kleine Kursgewinne ab. Wählst du ihn weit darüber, bleibt mehr Aufwärtspotenzial, und die Prämie fällt entsprechend kleiner aus. Diese Abwägung ist der Kern der Strategie, und sie hat keine allgemeingültig richtige Antwort.

Die Prämie lässt sich gedanklich wie eine zusätzliche Ausschüttung behandeln, auch wenn sie steuerlich etwas anderes ist. Wer gewohnt ist, in Dividendenrendite zu denken, hat damit einen brauchbaren Vergleichsmaßstab für die Frage, ob sich eine Position lohnt.

Die Höhe der Prämie hängt außerdem an der erwarteten Schwankungsbreite. In unruhigen Marktphasen zahlen Käufer mehr für dasselbe Recht, weil die Chance auf einen starken Anstieg größer erscheint. Genau deshalb sind die Prämien nach einem Kurseinbruch am höchsten, und genau dann ist die Strategie am gefährlichsten.

Wenn du die Mechanik hinter Optionen von Grund auf verstehen willst, findest du sie im Artikel zum Optionshandel.

Covered Call 4 Schritte

Was bringt ein Covered Call konkret?

Rechnen wir es durch, mit runden Zahlen und allen drei möglichen Ausgängen. Viele Darstellungen zeigen nur den günstigen Fall, und genau das führt in die Irre.

Angenommen, du besitzt 100 Aktien zu einem Kurs von 100 Euro, dein Bestand ist also 10.000 Euro wert. Du verkaufst eine Kaufoption mit einem Ausübungspreis von 110 Euro und drei Monaten Laufzeit. Dafür bekommst du eine Prämie von 300 Euro gutgeschrieben, das entspricht 3 Prozent auf den eingesetzten Wert.

Fall eins, der Kurs bleibt bei 100 Euro. Die Option verfällt wertlos, deine Aktien bleiben im Depot, die 300 Euro gehören dir. Das ist der beste Ausgang und der Grund, warum die Strategie in Seitwärtsmärkten überzeugt.

Fall zwei, der Kurs steigt auf 130 Euro. Die Option wird ausgeübt, du lieferst zu 110 Euro. Dein Ergebnis: 1.000 Euro Kursgewinn plus 300 Euro Prämie, macht 1.300 Euro. Ohne die Option hättest du 3.000 Euro Kursgewinn gehabt. Dich kostet der Covered Call in diesem Fall also 1.700 Euro entgangenen Gewinn.

Fall drei, der Kurs fällt auf 80 Euro. Die Option verfällt wertlos, du behältst die Prämie. Dein Ergebnis: 2.000 Euro Kursverlust minus 300 Euro Prämie, macht 1.700 Euro Verlust. Die Prämie hat den Verlust um 15 Prozent gemildert, aus 20 Prozent werden 17. Mehr nicht.

Kursverlauf Ohne Covered Call Mit Covered Call Unterschied
bleibt bei 100 Euro 0 Euro +300 Euro +300 Euro
steigt auf 130 Euro +3.000 Euro +1.300 Euro -1.700 Euro
fällt auf 80 Euro -2.000 Euro -1.700 Euro +300 Euro

Vereinfachtes Beispiel ohne Gebühren, Steuern und Dividenden. Die tatsächliche Prämie hängt von Ausübungspreis, Laufzeit und erwarteter Schwankungsbreite ab.

Die Tabelle zeigt das Wesen der Strategie in einer Zeile: Du tauschst ein begrenztes, sicheres Plus gegen ein unbegrenztes, unsicheres. In zwei von drei Fällen stehst du besser da, im dritten deutlich schlechter. Wie oft welcher Fall eintritt, entscheidet über den Erfolg, und das lässt sich nicht vorhersagen.

Wie sich dieses Prinzip in fertigen Fondsprodukten wiederfindet, zeigt der Überblick zu Covered Call ETFs.

Covered Call drei Ausgänge

Auf welche Aktien passt die Strategie?

Nicht jeder Wert eignet sich. Die Auswahl entscheidet über den Erfolg stärker als der gewählte Ausübungspreis, und sie folgt einer einfachen Regel: Schreibe Optionen nur auf Aktien, die du auch ohne Prämie halten würdest.

Gut geeignet sind große, etablierte Unternehmen mit stabilem Geschäft und ausreichendem Handelsvolumen in ihren Optionen. Als Schwelle hat sich bewährt: Spanne zwischen An- und Verkaufskurs höchstens 5 Prozent der Prämie, mindestens 100 offene Kontrakte im Verfallstermin. Darunter wird der Einstieg teuer, bevor die Position läuft.

Dividendenstarke Werte sind ein Sonderfall. Sie eignen sich grundsätzlich gut, weil du zwei Ertragsquellen kombinierst: die Ausschüttung und die Prämie. Gleichzeitig steigt das Risiko der vorzeitigen Ausübung rund um den Ausschüttungstermin. Wer solche Werte sucht, findet die Auswahlkriterien im Artikel zu dividendenstarken Aktien und die Grundlagen im Beitrag Dividende einfach erklärt.

Ungeeignet sind Werte kurz vor einem Quartalsbericht. Die Prämien sind dort verlockend hoch, weil der Markt eine starke Bewegung erwartet. Genau diese Bewegung nimmt dir entweder die Aktien oder drückt den Kurs unter deinen Einstand.

Covered Call geeignete Werte

Was brauchst du, um einen Covered Call zu handeln?

Hier scheitern die meisten Interessenten, und zwar bevor sie die erste Option verkauft haben. Drei Hürden stehen am Anfang.

Die Stückzahl. Ein Optionskontrakt bezieht sich auf 100 Aktien. Du brauchst also mindestens 100 Stück desselben Unternehmens im Depot. Bei einer Aktie zu 100 Euro sind das 10.000 Euro, die in einem einzigen Wert gebunden sind. Wer ein Depot von 20.000 Euro breit gestreut hält, kann die Strategie schlicht nicht einsetzen, ohne die Streuung aufzugeben.

Der Broker und die Freigabe. Nicht jedes Depot erlaubt Optionsgeschäfte. Du brauchst einen Broker mit Zugang zu einer Terminbörse und musst dort eine Freigabestufe beantragen. Dabei werden Kenntnisse und Erfahrung abgefragt. Für den gedeckten Verkauf von Kaufoptionen ist meist eine niedrigere Stufe nötig als für spekulative Geschäfte, weil das Risiko begrenzt ist. Die Bezeichnungen und Anforderungen unterscheiden sich je Anbieter erheblich.

Die laufende Betreuung. Ein Covered Call ist keine Anlage, die man liegen lässt. Jede Position hat ein Verfallsdatum, und danach beginnt die Entscheidung von vorn. Wer die Strategie ernsthaft betreibt, beschäftigt sich mindestens monatlich damit. Genau dieser Aufwand ist der Grund, warum viele Anleger stattdessen zu einem fertigen Fonds greifen.

Wer die Mechanik systematisch statt aus dem Bauch heraus angehen will, findet in meinem Optionen-Starterkurs den strukturierten Einstieg. Für den automatisierten Handel und die Auswertung habe ich die OptionsApp entwickelt.

Wie werden Covered Calls in Deutschland versteuert?

Dieser Punkt entscheidet über die Nettorendite und fehlt in den meisten Ratgebern.

Die vereinnahmte Prämie ist ein Kapitalertrag. Oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Paare unterliegt sie der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dein Broker führt sie ab, sofern er in Deutschland steuerpflichtig ist. Bei ausländischen Brokern musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.

Der wichtigere Punkt betrifft die Verluste. Über Jahre galt für Verluste aus Termingeschäften eine Verrechnungsgrenze von 20.000 Euro im Jahr, die Stillhalter hart traf: Was darüber lag, war im selben Jahr nicht mehr gegen Gewinne verrechenbar. Das Jahressteuergesetz 2024 hat diese Deckelung rückwirkend aufgehoben. Bei einer Strategie mit vielen kleinen Positionen war das ein echtes Problem.

Der aktuelle Wortlaut von § 20 Absatz 6 Einkommensteuergesetz enthält diese Beschränkung nicht mehr.1 Die Vorschrift regelt weiterhin, dass Verluste aus Kapitalvermögen nicht mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden dürfen und dass Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen verrechenbar sind. Eine gesonderte betragsmäßige Deckelung für Termingeschäfte findet sich dort aber nicht.

Für dich als Stillhalter heißt das: Verluste aus Optionsgeschäften mindern deine übrigen Kapitalerträge wieder ohne Obergrenze. Das verbessert die Nettorechnung spürbar. Prüfe trotzdem, wie dein Broker das umsetzt.

Ein dritter Punkt: Werden deine Aktien durch die Ausübung geliefert, ist das ein Verkauf. Der Kursgewinn zwischen Einstand und Ausübungspreis wird versteuert wie jeder Aktiengewinn. Wie die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel zum Verlustverrechnungstopf.

Covered Call Steuer

Welche Fehler machen Einsteiger beim Covered Call?

Der häufigste Fehler ist die Wahl des Basiswerts. Viele suchen die Aktie mit der höchsten Prämie. Hohe Prämien entstehen aber dort, wo der Markt große Schwankungen erwartet, also bei Unternehmen mit Problemen. Du kassierst dann eine üppige Prämie und siehst zu, wie der Kurs unter deinen Einstand fällt. Der richtige Weg ist umgekehrt: Wähle zuerst eine Aktie, die du ohnehin halten willst, und schreibe erst darauf Optionen.

Der zweite Fehler ist ein zu knapper Ausübungspreis. Wer ihn direkt über den aktuellen Kurs legt, bekommt viel Prämie und gibt seine Aktien beim kleinsten Anstieg ab. Wer das mit einem Wert macht, den er langfristig halten wollte, verliert die Position und muss teurer zurückkaufen.

Der dritte Fehler betrifft die Dividende. Steht ein Ausschüttungstermin an und liegt der Kurs über dem Ausübungspreis, kann der Optionskäufer vorzeitig ausüben, um sich die Dividende zu sichern. Wer das nicht auf dem Schirm hat, verliert die Aktien früher als geplant. Vor jedem Verkauf einer Option gehört deshalb ein Blick auf den Dividendenkalender.

Ein häufiger Irrtum ist außerdem, den Covered Call für eine Absicherung zu halten. Er ist keine. Eine Prämie von drei Prozent federt einen Kurssturz von dreißig Prozent nicht ab. Wer sich gegen fallende Kurse schützen will, braucht ein anderes Instrument. Mit kurzen Laufzeiten arbeitet dagegen eine andere Spielart des Optionshandels, die der Artikel zu 0DTE-Optionen beschreibt.

Covered Call Fehler

Für wen eignet sich die Strategie?

Sie passt zu Anlegern mit einem ausreichend großen Depot, die einzelne Positionen ohnehin länger halten und bereit sind, sich regelmäßig damit zu beschäftigen. Der typische Fall ist ein Bestand von mehreren hundert Aktien eines soliden Unternehmens, aus dem laufender Zusatzertrag entstehen soll.

Sie passt nicht zu drei Gruppen. Wer weniger als 100 Aktien eines Wertes hält, kann sie technisch nicht einsetzen. Wer auf maximalen Kurszuwachs zielt, gibt genau das ab, was er sucht. Und wer keine Zeit für regelmäßige Entscheidungen hat, sollte zu einem fertigen Produkt greifen. Für diesen Fall gibt es Fonds, die die Strategie automatisiert umsetzen, etwa den Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF.

Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Die drei Prozent Prämie aus dem Rechenbeispiel sind kein Monatsertrag, sondern beziehen sich auf drei Monate Laufzeit. Wer daraus eine Jahresrendite hochrechnet, unterstellt, dass jede Position ohne Verlust ausläuft. Das ist in der Praxis nicht der Fall.

Mein Fazit zum Covered Call

Der Covered Call ist ein solides Werkzeug für einen klar umrissenen Zweck: laufenden Ertrag aus Aktien ziehen, die man ohnehin hält. Er ist kein Renditewunder und keine Absicherung, sondern ein Tausch. Du nimmst ein kleines sicheres Plus und gibst ein großes unsicheres ab.

In Seitwärtsphasen ist dieser Tausch attraktiv, in starken Aufwärtsphasen teuer. Wer das akzeptiert und die Strategie diszipliniert auf Werte anwendet, die er langfristig halten will, kann seine Rendite spürbar verbessern.

Die steuerliche Lage hat sich dabei zugunsten der Stillhalter entwickelt: Die frühere Verrechnungsgrenze für Verluste aus Termingeschäften findet sich im aktuellen Gesetzeswortlaut nicht mehr. Das war lange das stärkste Argument gegen die Strategie in Deutschland.

Wenn du den Optionshandel systematisch aufbauen willst statt ihn auszuprobieren, dann ist meine Börsen-Ausbildung der nächste Schritt. Dort lernst du, welche Werte sich eignen und wie du Positionen führst, statt ihnen hinterherzulaufen.

Häufige Fragen zum Covered Call

Was ist ein Covered Call einfach erklärt?
Du verkaufst jemandem das Recht, dir deine Aktien zu einem festen Preis abzukaufen, und bekommst dafür sofort eine Prämie. Die Prämie behältst du in jedem Fall. Wird das Recht ausgeübt, gibst du die Aktien zu diesem Preis ab und verzichtest auf höhere Kursgewinne.

Was ist ein gedeckter Call?
Gedeckter Call ist die deutsche Bezeichnung für dieselbe Strategie. Gedeckt heißt: Die Aktien, die du bei Ausübung liefern musst, liegen bereits in deinem Depot. Ohne diese Deckung entstünde ein ungedeckter Verkauf mit theoretisch unbegrenztem Risiko.

Wie viele Aktien brauche ich für einen Covered Call?
Mindestens 100 Stück desselben Unternehmens, denn ein Optionskontrakt bezieht sich in der Regel auf 100 Aktien. Bei einem Kurs von 100 Euro sind das 10.000 Euro in einem einzigen Wert. Für kleine oder breit gestreute Depots ist die Strategie deshalb meist nicht praktikabel.

Wie hoch ist die Prämie bei einem Covered Call?
Sie hängt von Ausübungspreis, Laufzeit und erwarteter Schwankungsbreite ab. Als Größenordnung sind ein bis drei Prozent des Positionswerts über wenige Monate üblich. Hohe Prämien sind kein Vorteil, sondern ein Warnsignal: Sie entstehen dort, wo der Markt große Kursbewegungen erwartet.

Schützt ein Covered Call vor fallenden Kursen?
Nein, und das ist der häufigste Irrtum. Die Prämie mindert den Verlust nur um ihren eigenen Betrag. Fällt die Aktie um zwanzig Prozent und du hast drei Prozent Prämie kassiert, bleibt ein Verlust von siebzehn Prozent. Für echten Schutz brauchst du ein anderes Instrument.

Wie werden die Prämien in Deutschland versteuert?
Die Prämie ist ein Kapitalertrag und unterliegt der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Bei einem deutschen Broker wird sie automatisch abgeführt. Bei ausländischen Brokern musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben und dort versteuern.

Gilt noch die Verlustverrechnungsgrenze bei Termingeschäften?
Der aktuelle Wortlaut von Paragraf 20 Absatz 6 Einkommensteuergesetz enthält keine betragsmäßige Deckelung für Termingeschäfte mehr. Verluste mindern damit wieder ohne besondere Obergrenze deine übrigen Kapitalerträge. Prüfe dennoch, wie dein Broker die Verrechnung technisch umsetzt.

Was passiert, wenn meine Aktien ausgeübt werden?
Du lieferst sie zum vereinbarten Ausübungspreis und behältst zusätzlich die Prämie. Steuerlich ist das ein normaler Aktienverkauf, der Gewinn zwischen deinem Einstand und dem Ausübungspreis wird versteuert. Du kannst die Position danach neu aufbauen, allerdings zum dann gültigen Kurs.

Kann ich eine Option vorzeitig zurückkaufen?
Ja. Du kaufst dieselbe Option am Markt zurück und schließt die Position damit. Ist die Option seit dem Verkauf billiger geworden, bleibt dir die Differenz als Gewinn. Das ist der übliche Weg, wenn du deine Aktien doch behalten willst.

Lohnt sich ein Covered Call ETF statt der eigenen Umsetzung?
Für die meisten Anleger ja, weil der Kapitalbedarf entfällt und niemand laufend Positionen führen muss. Der Preis dafür sind laufende Kosten und der Verzicht auf eigene Entscheidungen bei Ausübungspreis und Laufzeit. Die Mechanik bleibt dieselbe.

Weiterführende Informationen zum Optionshandel

Quellen und Datenstand

Datenstand: September 2026
Nächste Aktualisierung: Januar 2027
Letzte Prüfung: September 2026

Quellen:

Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Aufforderung zum Abschluss von Termingeschäften dar. Optionsgeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden und nicht für jeden Anleger geeignet. Alle Rechenbeispiele sind vereinfacht und berücksichtigen weder Gebühren noch Steuern. Steuerliche Angaben beschreiben die allgemeine Rechtslage und ersetzen keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Historische Renditen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. Triff deine Entscheidungen auf Basis eigener Recherche.

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Sebastian Legrand - Investment-Coach
Sebastian Legrand
Börsen-Investor, Vater und Coach. Nachdem ich jahrelang damit beschäftigt war meine eigene Börsen-Strategie zu entwickeln, gebe ich sie heute an andere weiter. Wenn ich nicht gerade mit meinen 2 kleinen Söhnen Fußball spiele, bilde ich Privatanleger zu Börsen-Investoren aus, sodass sie sich ein Zusatzeinkommen durch Aktien generieren. In den letzten 3 Jahren habe ich schon mehr als 200 Menschen persönlich ausgebildet und mehr als 2.300 Menschen dabei geholfen durch die “SL-Strategie” stabile und hohe Renditen zu erzielen. Mehr Infos findest du auf der „Über mich“-Seite.

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