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ToggleAchtung – diese REITs zahlen 2026 NICHT mehr monatlich:
Mehrere Werte, die Wettbewerber noch als monatliche Zahler listen, haben seit Q1 2026 auf Quartalszahlungen umgestellt. Wer eine dieser Aktien mit Monatsdividende-Erwartung kauft, wird enttäuscht: STAG Industrial (STAG), SL Green Realty (SLG), Whitestone REIT (WSR) und Agree Realty (ADC) zahlen seit ca. Q1 2026 quartalsweise. Vor jedem Kauf die aktuelle Ausschüttungshistorie direkt auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens prüfen.
Wer monatliche Dividenden aus Immobilien-Aktien anstrebt, stößt schnell auf eine Menge veralteter Listen im Netz. Dieser Artikel benennt klar, welche REITs mit monatlicher Dividende 2026 noch wirklich monatlich zahlen – und welche nicht mehr. Wer zusätzlich die Grundlagen zu Dividende einfach erklärt auffrischen möchte, findet dort einen kompakten Einstieg. Updates zu Dividenden-Methodik und neuen REIT-Daten gibt es monatlich im Newsletter.
Das Wichtigste in Kürze
Welche REITs zahlen 2026 wirklich monatlich? – Übersicht
Keine Anlageberatung – diese datenbasierte Vorauswahl ist ein Startpunkt für die eigene Analyse.
Laut einer Auswertung der Investor-Relations-Seiten und SEC-Einreichungen (Stand Juni 2026) zahlen im US-REIT-Universum noch rund zwölf Gesellschaften tatsächlich monatlich. Realty Income hat dabei als "The Monthly Dividend Company" seit Börsengang 1994 keine einzige Monatszahlung ausgelassen – eine Kontinuität, die unter großen REITs einmalig ist.1
| # | REIT (Ticker) | ISIN | Tier | Sektor | Rendite (ca.) | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Realty Income (O) | US75513E1010 | 1 | Net-Lease | ~5,1-5,4 % | Grün |
| 2 | LTC Properties (LTC) | US5022751028 | 1 | Healthcare | ~5,9-6,4 % | Grün |
| 3 | EPR Properties (EPR) | US26884U1097 | 1 | Erlebnis | ~6,6 % | Gelb |
| 4 | Apple Hospitality (APLE) | US03784Y2000 | 1 | Hotels | ~6,5 % | Gelb |
| 5 | Gladstone Commercial (GOOD) | US3765771033 | 2 | Industrial/Office | ~9-10 % | Gelb |
| 6 | Gladstone Land (LAND) | US37637Q1058 | 2 | Farmland | ~5,6-5,8 % | Gelb |
| 7 | Modiv Industrial (MDV) | US60781T1025 | 2 | Industrial | ~7,8 % | Rot* |
| 8 | AGNC Investment (AGNC) | US00123Q1040 | 3 | mREIT (Agency) | ~12-14 % | Rot |
| 9 | Dynex Capital (DX) | US26817Q8868 | 3 | mREIT | ~15-16 % | Rot |
*Stand: Juni 2026. Rendite-Angaben sind Größenordnungen, keine exakten Tagesquotierungen. Risiko-Ampel auf Basis Payout-Struktur, Verschuldung und Sektorrisiko. Bei MDV: Übernahme durch Global Net Lease angekündigt (03.05.2026) – Dividendenverlauf nach Abschluss ungewiss. Keine Anlageberatung.
Die Reihenfolge ist eine redaktionelle Gesamtwertung aus Dividendenhistorie, Geschäftsmodell, Rendite und Risikoprofil. Sie ist nicht nach dem Risiko-Score sortiert: Ein niedriger Tier misst die Risikoklasse, nicht die Gesamtattraktivität.
Frage: Welche REITs mit monatlicher Dividende sind 2026 noch aktiv?
Antwort: Nach aktueller Prüfung (Juni 2026) zahlen noch rund neun gut dokumentierte REITs tatsächlich monatlich. Realty Income (O), LTC Properties (LTC), EPR Properties (EPR) und Apple Hospitality (APLE) bilden Tier 1 (konservativ). Tier 2 umfasst Spezial-REITs mit höherer Rendite und spezifischeren Risiken. Tier 3 sind Hypotheken-REITs mit zweistelligen Renditen und hohem Risiko. STAG, SLG, WSR und ADC zahlen seit Q1 2026 quartalsweise.
Wie werden die REITs mit monatlicher Dividende bewertet?
Die REITs mit monatlicher Dividende im Tier-1 – Detail
Platz 1: Realty Income Corporation (ISIN US75513E1010, WKN 899744, Ticker O)
Realty Income ist das bekannteste Beispiel eines REIT mit monatlicher Dividende. Das Unternehmen vermietet über 15.000 gewerbliche Immobilien in den USA und Europa im Net-Lease-Verfahren – das bedeutet, die Mieter tragen Betriebskosten, Versicherung und Steuern der Immobilien selbst. Diese Struktur schafft einen besonders stabilen Cashflow, der die monatliche Ausschüttung verlässlich deckt.
Seit dem Börsengang 1994 hat Realty Income keine einzige Monatsdividende ausgelassen und sie mehr als 120 Mal erhöht. Das Unternehmen ist Mitglied im S&P 500 Dividend Aristocrats Index, was eine ununterbrochene Dividendensteigerung über mindestens 25 Jahre voraussetzt.2 Die aktuelle Dividendenrendite liegt je nach Kursniveau bei rund 5,1 bis 5,4 % (Stand Juni 2026, Größenordnung).
Das Hauptrisiko liegt in der Mieterkonzentration auf US-amerikanischen Einzelhandel sowie in der Zinssensitivität: Steigen die Zinsen, steigen die Finanzierungskosten für die Immobilienportfolios, während der Kurs unter Druck geraten kann. Ein wichtiges Maß für die Ausschüttungssicherheit bei REITs ist nicht das klassische KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), sondern das Verhältnis von Kurs zu FFO (Funds from Operations). Aus Bewertungssicht liegt Realty Income nach Marktkurs Juni 2026 auf einem historisch normalen Niveau relativ zum eigenen 10-Jahres-FFO-Schnitt – weder extrem günstig noch teuer.
Platz 2: LTC Properties (ISIN US5022751028, Ticker LTC)
LTC Properties investiert in Pflegeheime und Seniorenwohnanlagen (Senior Housing) in den USA – eine demographisch gut begründete Nische, da die Nachfrage nach Pflegeplätzen mit der alternden Bevölkerung strukturell wächst. Die Dividende wird monatlich gezahlt und liegt bei einer Rendite von rund 5,9 bis 6,4 % (Größenordnung, Stand Juni 2026).
Besonders auffällig: Die Ausschüttungsrate ist seit 2016 faktisch unverändert, was für Stabilität, aber nicht für Wachstum steht. Wer eine steigende monatliche Einnahme anstrebt, findet hier keinen Dividendenwachstums-Motor. Das primäre Risiko liegt in der Regulierung des US-Pflegemarkts – Kostenerstattungen durch Medicare und Medicaid beeinflussen die Mieterzahlungsfähigkeit direkt. Net Debt/EBITDA liegt bei LTC strukturell im für Healthcare-REITs üblichen Bereich von 4 bis 5, was im Branchenvergleich tragbar ist.
Platz 3: EPR Properties (ISIN US26884U1097, WKN A1J78V, Ticker EPR)
EPR Properties ist ein US-amerikanischer Net-Lease-REIT, spezialisiert auf sogenannte Erlebnis-Immobilien: Kinos, Freizeitparks, Skianlagen und Bildungseinrichtungen. Diese Nische ist ungewöhnlich und bringt ein spezifisches Klumpenrisiko mit sich: Kinos machen rund 25 % des Portfolios aus. Während der COVID-19-Pandemie setzte EPR die Dividende 2020 aus und nahm sie 2021 wieder auf – ein Wermutstropfen für den Track-Record, der bei der Risikobewertung fair benannt werden muss.
Die aktuelle jährliche Dividendenrendite liegt bei rund 6,6 % (Größenordnung, Stand Juni 2026). Ein nennenswertes Dividendenwachstum gab es seit der Wiederaufnahme 2021 nicht. EPR eignet sich eher für Anleger, die eine stabile monatliche Einnahme auf aktuellem Niveau suchen, nicht für den Aufbau einer wachsenden Einkommensbasis. Das Kino-Strukturrisiko (Streaming-Konkurrenz) bleibt ein Beobachtungspunkt.
Platz 4: Apple Hospitality REIT (ISIN US03784Y2000, Ticker APLE)
Apple Hospitality besitzt ein Portfolio aus über 220 Hotels in den USA, hauptsächlich Marken wie Marriott, Hilton und Hyatt der oberen Mittelklasse. Die jährliche Dividendenrendite liegt bei rund 6,5 % (Größenordnung, Stand Juni 2026). Hotelimmobilien sind stärker konjunkturabhängig als Net-Lease-REITs: In Abschwungphasen sinkt die Nachfrage nach Geschäfts- und Freizeitreisen schnell, was die Auslastung und damit die Ausschüttungsfähigkeit unter Druck setzt. Apple Hospitality hat die monatliche Dividende während der COVID-19-Krise 2020 ausgesetzt und 2021 wieder aufgenommen – eine transparente Ausnahme von der Tier-1-Kontinuitätsregel, ähnlich wie bei EPR Properties. Die Reisebranche hat sich nach COVID-19 stark erholt – ein mögliches Rückschlagrisiko bei einer Rezession bleibt einzukalkulieren.
Tier-2-REITs: Ertragsorientiert mit höherem Risiko
Frage: Was unterscheidet Tier-2-REITs von Tier-1-REITs bei monatlicher Dividende?
Antwort: Tier-2-REITs bieten höhere Renditen (7-10 %), tragen aber spezifische Risiken: Gladstone Commercial hat Office-Exposure in einem schwierigen Homeoffice-Umfeld, Gladstone Land investiert in Farmland mit dünner Marktliquidität, Modiv Industrial steht wegen einer angekündigten Übernahme unter Unsicherheit. Die höhere Rendite ist Kompensation für diese Risiken, kein Qualitätssignal.
Gladstone Commercial (ISIN US3765771033, Ticker GOOD)
Gladstone Commercial vermietet Industrie- und Büroimmobilien im Net-Lease-Verfahren an mittelständische Mieter. Die jährliche Dividendenrendite liegt bei rund 9 bis 10 % (Größenordnung, Stand Juni 2026). Das erhöhte Renditeniveau spiegelt das Office-Exposure wider: Büroimmobilien stehen im strukturellen Gegenwind durch Remote-Work-Trends, was die langfristige Nachfrage und damit die Mieterqualität beeinflusst. Anleger, die diesen REIT in Betracht ziehen, sollten die Portfolioentwicklung beim Anteil der Office-Flächen beobachten.
Gladstone Land (ISIN US37637Q1058, Ticker LAND)
Gladstone Land ist der einzige börsennotierte REIT, der ausschließlich in US-Agrarland investiert und monatlich ausschüttet. Das Farmland-Modell bietet theoretisch einen Inflationsschutz, weil Bodenpreise langfristig mit dem allgemeinen Preisniveau steigen. Die Rendite liegt bei rund 5,6 bis 5,8 % (Größenordnung, Stand Juni 2026). Das Risiko liegt in der dünnen Marktliquidität (Farmland ist schwer veräußerlich) und in der Agrarpreis-Volatilität, die die Pacht- und Mietfähigkeit der Landwirte beeinflusst.
Modiv Industrial (ISIN US60781T1025, Ticker MDV) – Übernahme-Warnsignal
Modiv Industrial ist auf Industrieimmobilien im Net-Lease-Bereich fokussiert und hat bisher monatlich ausgeschüttet bei einer Rendite von rund 7,8 % (Größenordnung, Stand Juni 2026). Wichtiges Warnsignal: Am 03.05.2026 wurde die Übernahme durch Global Net Lease (GNL) angekündigt. Nach Abschluss einer Übernahme ändern sich häufig Ausschüttungsfrequenz und -höhe. Der Dividendenverlauf nach Übernahmeabschluss ist ungewiss. Wer diesen REIT wegen der monatlichen Dividende kauft, trägt das Risiko, dass diese nach der Übernahme ausbleibt oder auf Quartalsweise umgestellt wird.
Tier-3-REITs: Hypotheken-REITs mit monatlicher Dividende und sehr hohem Risiko
Hypotheken-REITs (mREITs) investieren nicht in physische Immobilien, sondern in hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage-Backed Securities). Sie sind juristisch als REITs strukturiert, unterscheiden sich aber fundamental von Equity-REITs: Ihr Ertrag entsteht aus der Zinsmarge zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen – ein Modell mit extremer Zinssensitivität.
Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Hypotheken-REIT (mREIT) und einem klassischen Equity-REIT?
Antwort: Ein Equity-REIT besitzt physische Immobilien und erzielt Einnahmen aus Mietverträgen. Ein Hypotheken-REIT (mREIT) besitzt keine Gebäude, sondern hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS). Er lebt von der Zinsmarge zwischen günstiger kurzfristiger Refinanzierung und höherverzinslichen langfristigen MBS. Bei steiler Zinskurve läuft das gut – bei flacher oder invertierter Zinskurve gerät das Modell unter Druck. Die Renditen von 12-16 % sind Ausdruck dieses Risikos, kein Qualitätsmerkmal.
AGNC Investment Corp. (ISIN US00123Q1040, Ticker AGNC, NASDAQ)
AGNC Investment ist einer der größten mREITs und investiert primär in von staatlichen Stellen (Fannie Mae, Freddie Mac, Ginnie Mae) garantierte Agency-MBS. Die jährliche Dividendenrendite liegt bei rund 12 bis 14 % (Größenordnung, Stand Juni 2026) – ein Niveau, das im REIT-Universum einmalig hoch ist.
Dieser Rendite stehen erhebliche Risiken gegenüber: Im Q1 2026 verzeichnete AGNC einen Nettoverlust von rund 148 Millionen USD, bedingt durch Zinsbewegungen. Im Jahr 2020 wurde die Dividende drastisch gekürzt. Der mREIT arbeitet mit hohem Leverage (Fremdkapitaleinsatz), was Gewinne in guten Zeiten verstärkt, Verluste aber ebenso. In der Fundamentalanalyse von mREITs gilt: Renditen über 10 % sind fast immer ein Risikopreis, kein Qualitätssignal.
Dynex Capital (ISIN US26817Q8868, Ticker DX, NYSE)
Dynex Capital ist ein intern verwalteter mREIT – ein leichter struktureller Vorteil gegenüber extern verwalteten Wettbewerbern, weil keine externe Management-Gebühr den Cashflow schmälert. Die jährliche Dividendenrendite liegt bei rund 15 bis 16 % (Größenordnung, Stand Juni 2026), was im gesamten Dividenden-Universum zu den höchsten Werten gehört. Ein Renditeniveau über 15 % ist ein starkes Warnsignal: Es signalisiert, dass der Markt ein erhebliches Kürzungsrisiko einpreist. Dynex Capital eignet sich ausschließlich für erfahrene Anleger, die die Funktionsweise von mREITs und die Hebelrisiken vollständig verstehen.
Warnliste: REITs, die 2026 NICHT mehr monatlich zahlen
Mehrere gut bekannte Namen tauchen in vielen REIT-Listen noch als monatliche Zahler auf – zahlen aber seit etwa Q1 2026 quartalsweise. Diese Tabelle schützt vor einer falschen Erwartungshaltung beim Kauf:
| REIT (Ticker) | Frühere Frequenz | Seit Q1 2026 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| STAG Industrial (STAG) | monatlich | quartalsweise | Großer Industrial-REIT, qualitativ gut, aber kein Monatszahler mehr |
| SL Green Realty (SLG) | monatlich | quartalsweise | Büro-REIT New York, ohnehin strukturelles Office-Risiko |
| Whitestone REIT (WSR) | monatlich | quartalsweise | Kleiner Community-Center-REIT |
| Agree Realty (ADC) | monatlich | quartalsweise | Net-Lease, Dividendenaristokraten-Kandidat, weiterhin solide – nur nicht mehr monatlich |
Alle vier Umstellungen fanden laut Investor-Relations-Meldungen rund um Q1 2026 statt. Quellenprüfung direkt auf den IR-Seiten empfohlen.
Bonus: Zwei monatliche Dividendenzahler, die keine REITs sind – Allied Properties und Main Street Capital
Zwei Namen tauchen in REIT-Diskussionen für monatliche Dividenden häufig auf und bedürfen einer klaren Einordnung:
Allied Properties REIT (ISIN CA0194561027, WKN 251085, Ticker AP.UN / APYRF) ist ein kanadischer REIT für urbane Büroflächen. Er zahlt monatlich, ist jedoch durch zwei Faktoren belastet: Im Januar 2026 wurde die Dividende um rund 60 % gekürzt (von 0,15 CAD auf 0,06 CAD je Monat). Zusätzlich greift die kanadische Quellensteuer auf Ausschüttungen, was für deutsche Anleger zusätzlichen Aufwand bei der Steuerdeklaration bedeutet. Das Remote-Work-Risiko bei kanadischen Büroimmobilien ist strukturell ähnlich wie bei US-Pendants.
Main Street Capital (Ticker MAIN, NYSE) zahlt ebenfalls monatlich, ist aber kein REIT, sondern eine Business Development Company (BDC). BDCs investieren in mittelständische Unternehmen (Eigenkapital und Fremdkapital) – nicht in Immobilien. Die Risikostruktur, die steuerliche Behandlung und die regulatorischen Anforderungen unterscheiden sich grundlegend von REITs. Main Street Capital hat seit dem Börsengang 2007 die Dividende nie gekürzt und zahlt zusätzlich Sonderdividenden – ein außergewöhnlicher Track-Record. Die Rendite liegt bei rund 8 bis 8,5 % (Stand Juni 2026, Größenordnung). Wer MAIN kauft, investiert in Mittelstandskredite und -beteiligungen, nicht in Immobilien.
REITs mit monatlicher Dividende vs. monatlich ausschüttende ETFs: Was passt besser?
Frage: Lohnen sich einzelne monatlich zahlende REITs oder besser ein ETF mit monatlicher Ausschüttung?
Antwort: Einzelne REITs geben dir Kontrolle über den Cashflow und direkte Transparenz über den Immobilienbestand. Ein ETF mit monatlicher Ausschüttung diversifiziert automatisch über viele Werte und erfordert weniger eigene Analyse. Die Entscheidung hängt von Zeitbudget und gewünschter Kontrolle ab.
| Kriterium | Einzel-REITs monatlich | Monatlich ausschüttender ETF |
|---|---|---|
| Laufender Cashflow | direkt, je Aktie planbar | reinvestiert oder ausgeschüttet je Produkt |
| Aufwand | hoch (eigene Analyse, Überwachung) | gering (passiv) |
| Diversifikation | selbst aufzubauen | breit, automatisch |
| Steuerliche Behandlung DE | volle Abgeltungsteuer, keine Teilfreistellung | je nach ETF-Struktur Teilfreistellung möglich |
| Kontrolle über Einzelwerte | voll | keine |
| Risiko bei Dividendenumstellung | hoch (einzelner REIT stellt um) | gering (viele Werte im ETF) |
Thesaurierende ETFs wären für den Vermögensaufbau steuerlich günstiger – wer aber laufende monatliche Einnahmen benötigt, kommt um Ausschütter nicht herum.
Yield on Cost nach 10, 15 und 20 Jahren
Yield on Cost (YoC) zeigt, wie sich die Dividende relativ zum ursprünglichen Kaufkurs über die Zeit entwickelt. Formel: YoC = Anfangsrendite x (1 + CAGR)^Jahre. Bei REITs mit monatlicher Dividende gibt es einen wichtigen Unterschied: Viele Tier-1-REITs wie Realty Income steigern die Ausschüttung in kleinen Schritten (~4-5 % CAGR), während Tier-3-mREITs kaum Wachstum zeigen.
Zwei Beispiele für den YoC-Effekt (auf Basis historischer Steigerungsraten, keine Garantie):
| Aktie | Anfangsrendite | CAGR (Div.) | YoC Jahr 10 | YoC Jahr 15 | YoC Jahr 20 |
|---|---|---|---|---|---|
| Realty Income (O) | 5,0 % | ~4,5 % | 7,8 % | 9,7 % | 12,1 % |
| AGNC Investment | 13,0 % | ~0 % (Kürzungsrisiko) | 13,0 % | 13,0 % | 13,0 % |
Eigene Berechnung auf Basis historischer Dividendensteigerungen laut IR-Angaben. Historische Werte, keine Garantie für die Zukunft. Bei AGNC wird vereinfachend 0 % Wachstum angenommen – die reale Entwicklung schloss 2020 eine deutliche Kürzung ein.
CAGR der Dividende selbst berechnen (Excel-Snippet)
Für eigene Szenarien berechnest du die Dividenden-CAGR in Excel mit:
=(Enddividende/Startdividende)^(1/Jahre)-1
Beispiel Realty Income: monatliche Ausschüttung Januar 2014 rund 0,181 USD, Januar 2024 rund 0,262 USD, über 10 Jahre: =(0,262/0,181)^(1/10)-1 = rund 3,8 % CAGR. Für eigene Szenarien nutze den interaktiven Dividendenrechner zur schnellen Kalkulation.
Steuerliche Behandlung von REIT-Dividenden in Deutschland
Die Steuerbehandlung von US-REIT-Dividenden ist komplexer als bei gewöhnlichen Aktien und wird von vielen Quellen vereinfacht oder falsch dargestellt. Dieser Block zeigt die wesentlichen Punkte – ohne Steuerberatung zu ersetzen.
US-Quellensteuer und W-8BEN-Formular
Auf Dividenden von US-REITs erhebt die USA standardmäßig 30 % Quellensteuer. Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und den USA (Art. 10 DBA USA-DE) sieht für gewöhnliche US-Dividenden eine Reduktion auf 15 % vor, wenn das W-8BEN-Formular korrekt beim Broker hinterlegt ist.
Wichtige Einschränkung bei REITs: Bei REIT-Ausschüttungen greift die DBA-Reduktion nicht automatisch und vollständig, wie bei normalen US-Aktien. Manche Broker behalten trotz hinterlegtem W-8BEN 30 % ein, weil die Klassifizierung der Ausschüttung (ordinary dividend vs. capital gain distribution vs. return of capital) die anwendbare Steuerquote beeinflusst. Es empfiehlt sich, den konkreten Einbehalt mit dem Broker vorab zu klären. Quellen: Bundesfinanzministerium (bmf.bund.de) zu DBA-Regelungen sowie SEC EDGAR für die jährliche 1099-DIV-Klassifizierung.
Keine Teilfreistellung bei US-REIT-Direktaktien
Ein häufiger Irrtum: Aktien-ETFs mit mindestens 51 % Aktienquote genießen in Deutschland eine 30-prozentige Teilfreistellung nach § 20 InvStG – das heißt, effektiv werden nur 70 % der Ausschüttung besteuert. Diese Regelung gilt für direkt gehaltene US-REIT-Aktien nicht. Auf die gesamte Brutto-Ausschüttung fällt Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Abgeltungsteuer) an – und bei Kirchensteuerpflicht auch diese. Immerhin lässt sich der Sparer-Pauschbetrag (1.000 EUR für Alleinstehende, 2.000 EUR für gemeinsam veranlagte Ehepaare) über einen Freistellungsauftrag auch auf REIT-Ausschüttungen anwenden – bis zu dieser Grenze bleiben die Erträge steuerfrei.
KAP-INV-Deklaration
Wer US-REITs über einen deutschen Broker hält, erhält in der Regel eine automatische Steuerbescheinigung. Bei ausländischen Brokern (Interactive Brokers, Tastytrade u. a.) muss die Ausschüttung in der Steuererklärung über die Anlage KAP oder KAP-INV deklariert werden. Monatliche Ausschüttungen bedeuten 12 Steuerbuchungen pro REIT und Jahr – die Jahreslast ist identisch mit einer Quartals-Zahlung gleicher Gesamthöhe, der administrative Aufwand aber höher.
Bei größeren Positionen oder komplexen Sachverhalten empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater. Dieser Block ersetzt keine Steuerberatung.
Checkliste: Monatlich zahlenden REIT sorgfältig prüfen
- [ ] Ausschüttungsfrequenz direkt auf der IR-Seite des Unternehmens verifiziert (nicht nur Dividendenkalender Dritter)
- [ ] Dividendenhistorie der letzten 5 Jahre geprüft: gab es Kürzungen oder Aussetzungen?
- [ ] FFO-Payout-Ratio gecheckt: liegt er unter 85 %?
- [ ] Net Debt/EBITDA im Branchenkontext bewertet (REITs: 4-6x strukturell üblich)
- [ ] Tier-Klassifikation verstanden: Equity-REIT oder Hypotheken-REIT (mREIT)?
- [ ] Übernahme- oder Sonderrisiken geprüft (z. B. Modiv Industrial)
- [ ] W-8BEN beim Broker hinterlegt und Quellensteuerquote bestätigt
- [ ] Steuerliche Gesamtbelastung kalkuliert (keine Teilfreistellung)
- [ ] Position in ein diversifiziertes Portfolio eingebettet (kein Klumpenrisiko)
- [ ] Dividendenrechner zur schnellen Kalkulation für die eigene Einkommensplanung genutzt
Sub-Rankings: Welche REITs mit monatlicher Dividende glänzen in welcher Kategorie?
Längste ununterbrochene Dividendenhistorie (monatlich): Platz 1 Realty Income (O, seit 1994 ohne Unterbrechung, 30+ Jahre), Platz 2 LTC Properties (LTC, seit über 15 Jahren stabil), Platz 3 EPR Properties (EPR, unterbrochen 2020, seit 2021 wieder monatlich).
Höchste laufende Rendite: Platz 1 Dynex Capital (DX, ~15-16 %), Platz 2 AGNC Investment (AGNC, ~12-14 %), Platz 3 Gladstone Commercial (GOOD, ~9-10 %). Achtung: Höhere Rendite = höheres Risiko, kein Qualitätsmerkmal.
Niedrigstes Strukturrisiko (Tier 1): Platz 1 Realty Income (O, Net-Lease + Dividend Aristocrat), Platz 2 LTC Properties (LTC, Healthcare-Demographie), Platz 3 EPR Properties (EPR, trotz COVID-Aussetzung 2020, stabiles Modell nach Wiedereinstieg).
Erhöhtes akutes Risiko (beobachten): Modiv Industrial (MDV, Übernahme-Unsicherheit), Allied Properties (AP.UN, 60 %-Dividendenkürzung Januar 2026), AGNC/Dynex (mREIT-Zinssensitivität, Q1-2026-Verluste).
Wie viel Kapital brauchst du für nennenswerte monatliche REIT-Einnahmen?
In der Praxis stellt sich schnell die Frage: Wie viel Kapital ist nötig, um eine spürbare monatliche Einnahme zu erzielen? Die folgende Tabelle rechnet drei Szenarien auf Basis einer Tier-1-REIT-Rendite von rund 5,5 % durch (keine Garantie, keine Anlageempfehlung):
| Ziel-Monatseinkommen | Benötigtes Kapital (bei 5,5 % p. a.) | Benötigtes Kapital (bei 10 % p. a.) |
|---|---|---|
| 100 EUR/Monat | ca. 21.800 EUR | ca. 12.000 EUR |
| 300 EUR/Monat | ca. 65.500 EUR | ca. 36.000 EUR |
| 500 EUR/Monat | ca. 109.000 EUR | ca. 60.000 EUR |
Eigene Berechnung, vor Steuern. Rendite-Annahmen als Größenordnung, keine Garantie. Die 10-%-Spalte entspricht Tier-2-/Tier-3-REITs mit entsprechend höherem Risiko.
Diese Rechnung verdeutlicht: Für ein spürbares passives Einkommen aus REITs mit monatlicher Dividende ist substanzielles Kapital notwendig. Wer im Aufbau ist, profitiert vom Einbau dieser Rechnung in den Dividendenrechner.
Risiken: Wann REITs mit monatlicher Dividende scheitern
Frage: Welche Warnsignale zeigen, dass ein REIT seine monatliche Dividende kürzen könnte?
Antwort: Die stärksten Frühindikatoren sind ein FFO-Payout über 95 %, rückläufige Mieteinnahmen über zwei Quartale und ein Net-Debt/EBITDA über 6,5 (über dem Branchen-Normalrahmen von 4-6). Bei mREITs: rückläufiger Book Value und Verluste im Net Interest Income. Reale Beispiele: EPR Properties 2020 (COVID-Aussetzung), Allied Properties 2026 (60 %-Kürzung), AGNC Q1 2026 (Nettoverlust).
9 Warnsignale für REITs mit monatlicher Dividende
| # | Indikator | Grün | Gelb | Rot |
|---|---|---|---|---|
| 1 | FFO-Payout-Ratio | unter 75 % | 75-90 % | über 90 % |
| 2 | FCF-Trend (3 Quartale) | stabil positiv | schwankend | rückläufig |
| 3 | Net Debt/EBITDA (Equity-REIT) | unter 4,0 | 4,0-6,5 | über 6,5 |
| 4 | Mieterausfall-Quote | unter 3 % | 3-7 % | über 7 % |
| 5 | Belegungsquote (Immobilien) | über 95 % | 90-95 % | unter 90 % |
| 6 | Sektor-Konzentration (Top-Mieter) | unter 15 % | 15-25 % | über 25 % |
| 7 | Book Value Trend (mREIT) | stabil/steigend | seitwärts | fallend |
| 8 | Net Interest Income (mREIT) | positiv, wachsend | sinkend | negativ |
| 9 | Übernahme/Sonderrisiko | keines bekannt | Gerüchte/Gespräche | angekündigt |
Drei reale Negativbeispiele:
- EPR Properties 2020: COVID-Lockdowns ließen die Kino- und Freizeitmieteinnahmen kollabieren, Dividende vollständig ausgesetzt, 2021 wieder aufgenommen.
- Allied Properties REIT Januar 2026: 60-prozentige Dividendenkürzung durch anhaltenden Office-Leerstand und Remote-Work-Druck auf dem kanadischen Büromarkt.
- AGNC Investment Q1 2026: Nettoverlust von rund 148 Millionen USD durch Zinsbewegungen, strukturelle Verlustanfälligkeit bei mREIT-Modell sichtbar.
Bekannte Namen, die diese Kriterien aktuell NICHT erfüllen
Hohe Sofort-Rendite oder Bekanntheit allein reicht für eine Aufnahme in diese Liste nicht aus. Die "Dividenden-Falle" – eine sehr hohe Rendite als Warnsignal, nicht als Qualitätsmerkmal – zeigt sich besonders deutlich bei diesen Werten, die noch häufig als monatliche Zahler empfohlen werden:
| REIT / Unternehmen | Sofort-Rendite (ca.) | Ausschluss-Grund |
|---|---|---|
| Modiv Industrial (MDV) | ~7,8 % | Übernahme-Unsicherheit durch GNL, Dividendenverlauf nach Abschluss unklar |
| Allied Properties REIT (AP.UN) | ~7 % nach Kürzung | 60-%-Dividendenkürzung Januar 2026, strukturelles Office-Risiko |
Die Frequenz-Umsteller STAG, SLG, WSR und ADC sind ausführlich in der Warnliste weiter oben dokumentiert.
Wie kannst du REITs mit monatlicher Dividende in deinem Portfolio einsetzen?
Du möchtest monatliche Einnahmen aus Immobilien-Aktien aufbauen – aber ohne die typischen Fallen?
In meinem Buch "Aktien für Einsteiger" zeige ich Schritt für Schritt, wie ein strukturiertes Dividenden-Depot entsteht – inklusive der wichtigsten Kennzahlen zur Risikobeurteilung und der steuerlichen Grundlagen.
Für einen allgemeinen Überblick über dividendenstarke Aktien und eine breitere Aufstellung lohnt sich auch der Blick auf Aktien mit hoher Dividende sowie auf den Dividendenwachstum-Leitfaden – der erklärt, warum wachsende Dividenden langfristig oft ertragreicher sind als hohe Anfangsrenditen.
REITs mit monatlicher Dividende im Gesamtbild: Was du noch wissen solltest
Eine einzelne monatliche Dividende klingt nach verlässlichem Cashflow. Doch in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Anleger den Unterschied zwischen Equity-REITs und mREITs unterschätzen – und Ausschüttungen als sicher einstufen, die strukturell von der Zinsentwicklung abhängen. Wer eine breite Perspektive auf gute Dividendenaktien möchte – nicht nur REITs – findet dort weitere Auswahl-Frameworks.
Für eine umfassende Strategie lohnt sich der Blick auf die besten Dividendenaktien für langfristiges Einkommen sowie auf sichere Dividendenaktien im Vergleich.
REITs mit monatlicher Dividende starten – so geht’s als nächster Schritt
Wenn du ein strukturiertes Dividenden-Depot mit REITs aufbauen möchtest, gibt es einige typische Anfängerfehler, die sich in der Praxis immer wiederholen: die Wahl von Hochzins-mREITs ohne Verständnis des Hebelrisikos, fehlende Steuerplanung für US-Ausschüttungen und kein systematisches Monitoring der Ausschüttungsfrequenz.
Bevor du Positionen aufbaust, lohnt sich eine saubere Fundamentalanalyse der jeweiligen REITs.
Wie wendest du das Wissen über REITs mit monatlicher Dividende strukturiert an?
Ein einzelner Artikel liefert das Grundgerüst. In der Börsen-Ausbildung von Sebastian Legrand wird der gesamte Aufbauprozess eines Dividenden-Depots inklusive REIT-Bewertung, Steuerplanung und Risikomanagement Schritt für Schritt behandelt.
Börsen-Ausbildung: Dividenden-Depot strukturiert aufbauen
Häufige Fragen zu REITs mit monatlicher Dividende
Welche REITs zahlen 2026 monatlich Dividende?
Nach aktueller Prüfung (Stand Juni 2026) zahlen rund neun gut dokumentierte REITs monatlich: Realty Income (O), LTC Properties (LTC), EPR Properties (EPR), Apple Hospitality (APLE) in Tier 1; Gladstone Commercial (GOOD), Gladstone Land (LAND) und Modiv Industrial (MDV, mit Übernahme-Vorbehalt) in Tier 2; sowie AGNC Investment (AGNC) und Dynex Capital (DX) in Tier 3 (mREITs, hohes Risiko). STAG, SLG, WSR und ADC sind seit Q1 2026 Quartalszahler.
Was ist der Unterschied zwischen einem Net-Lease-REIT und einem Hypotheken-REIT (mREIT)?
Ein Net-Lease-REIT wie Realty Income besitzt physische Immobilien und erhält stabile Mieteinnahmen, weil Betriebskosten vom Mieter getragen werden. Ein mREIT wie AGNC besitzt keine Gebäude, sondern hypothekenbesicherte Wertpapiere und lebt von der Zinsmarge. Das mREIT-Modell ist deutlich zinssensitiver und risikoträchtiger – die höhere Rendite von 12-16 % ist Ausdruck dieses Risikos.
Wie werden US-REIT-Dividenden in Deutschland besteuert?
US-REIT-Ausschüttungen unterliegen zunächst der US-Quellensteuer (Standard 30 %, mit W-8BEN und DBA-Anwendung bei vielen Brokern 15 %). In Deutschland fällt zusätzlich volle Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag an. Eine Teilfreistellung nach InvStG § 20 wie bei Aktien-ETFs gibt es für direkt gehaltene REIT-Aktien nicht. Steuerberater empfohlen bei größeren Positionen.
Sind REITs teilfreistellungsberechtigt wie Aktien-ETFs?
Nein. Die 30-prozentige Teilfreistellung nach § 20 Investmentsteuergesetz (InvStG) gilt ausschließlich für Investmentfonds (ETFs/Fonds) mit mindestens 51 % Aktienquote – nicht für direkt gehaltene REIT-Aktien. Auf die gesamte Ausschüttung fällt die volle Abgeltungsteuer an. Quelle: Bundesministerium der Finanzen, InvStG-Anwendungsschreiben.
Welche REITs haben 2025/2026 von monatlich auf quartalsweise umgestellt?
Die vier bekanntesten Umsteller um Q1 2026: STAG Industrial (STAG), SL Green Realty (SLG), Whitestone REIT (WSR) und Agree Realty (ADC). Wer diese Aktien mit der Erwartung monatlicher Dividenden kauft, wird enttäuscht. Die Ausschüttungsfrequenz sollte immer direkt auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem REIT und einer BDC?
Ein REIT (Real Estate Investment Trust) investiert in Immobilien oder Immobilienkredite. Eine Business Development Company (BDC) wie Main Street Capital investiert in mittelständische Unternehmen (Eigenkapital und Fremdkapital). Beide zahlen gesetzlich mindestens 90 % ihres Einkommens aus – oft monatlich. Steuerliche Behandlung, Risikostruktur und regulatorischer Rahmen unterscheiden sich erheblich. BDCs werden manchmal fälschlicherweise als REITs bezeichnet.
Wie viel Kapital brauche ich für 300 EUR monatliche REIT-Dividenden?
Bei einer Tier-1-REIT-Rendite von rund 5,5 % p. a. (vor Steuern) sind rund 65.500 EUR Kapital nötig, um 300 EUR brutto monatlich zu erzielen. Bei einer Tier-2-Rendite von 10 % wären es rund 36.000 EUR – mit entsprechend höherem Risiko. Diese Rechnung zeigt: Substanzielles Kapital ist notwendig. Für eigene Szenarien hilft der Dividendenrechner zur schnellen Kalkulation.
Welche monatlichen REIT-Dividenden haben die höchste Dividendenrendite 2026?
Die höchsten laufenden Renditen im Vergleich zeigen die mREITs: Dynex Capital (DX) mit rund 15-16 % und AGNC Investment (AGNC) mit rund 12-14 % (Stand Juni 2026, Größenordnungen). Diese Renditen sind jedoch mit erheblichem Risiko verbunden – mREIT-Dividenden wurden in der Vergangenheit mehrfach gekürzt. Unter den Equity-REITs bietet Gladstone Commercial (GOOD) mit rund 9-10 % die höchste Rendite.
Lohnen sich REITs mit monatlicher Dividende gegenüber quartalsweise zahlenden Dividendenaktien?
Die Ausschüttungsfrequenz allein ist kein Qualitätsmerkmal. Monatliche Zahlung verbessert den persönlichen Cashflow-Plan, ändert aber nicht die jährliche Gesamtrendite. Entscheidend sind FFO-Deckung, Dividendenhistorie, Verschuldung und Sektorrisiko. Ein quartalsweise zahlender Dividendenaristokrat mit 30 Jahren Steigerungshistorie ist langfristig oft verlässlicher als ein monatlicher Zahler ohne dokumentiertes Wachstum.
Welche monatlichen REITs sind für Einsteiger geeignet?
Für den Einstieg eignen sich Tier-1-REITs mit langer dokumentierter Geschichte: Realty Income (O) als erstes Kennenlernen der Assetklasse, LTC Properties (LTC) als Healthcare-Ergänzung. Tier-2- und Tier-3-REITs sollten erst nach Verständnis der spezifischen Risiken (Office-Exposure, mREIT-Zinsmechanik) in Betracht gezogen werden. Ein strukturierter Einstieg gelingt über Aktien kaufen für Anfänger – Schritt-für-Schritt.
Welche monatlichen REITs sind aktuell teuer bewertet?
REITs werden nicht mit dem klassischen KGV bewertet, sondern mit dem Verhältnis Kurs/FFO. Realty Income notiert aktuell (Stand Juni 2026) auf einem FFO-Niveau, das historisch als fair einzustufen ist – weder besonders günstig noch teuer. EPR Properties und Apple Hospitality liegen ebenfalls im historisch normalen Bereich. Die mREITs AGNC und Dynex werden eher nach dem Verhältnis Kurs/Book Value bewertet – hier zeigen sich nach den Q1-2026-Verlusten gewisse Bewertungsabschläge, die das Risiko widerspiegeln.
Disclaimer
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine individuelle Anlageberatung oder konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Eigene Recherche und gegebenenfalls Rücksprache mit einem qualifizierten Berater werden empfohlen. Historische Renditen sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. Steuerliche Hinweise in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Steuerberatung.
Daten geprüft? Korrektur-Hinweis
Diese Liste wird alle 4-8 Wochen aktualisiert. Die Ausschüttungsfrequenz von REITs kann sich jederzeit ändern – wie das Beispiel von STAG, SLG, WSR und ADC in Q1 2026 zeigt. Hast du einen veralteten Wert entdeckt oder einen Datenpunkt, der nicht mehr stimmt? Schreib gerne an info@sebastianlegrand.de – die Prüfung erfolgt innerhalb von 48 Stunden. Nächste planmäßige Aktualisierung: Oktober 2026.
Quellen
- SEC EDGAR, Investor-Relations-Filings der genannten Unternehmen (10-K, 10-Q, 8-K), sec.gov/edgar, abgerufen Juni 2026
- Realty Income Corporation Investor Relations, Dividenden-Historik und Pressemitteilungen, investor.realtyincome.com, Stand Juni 2026
- S&P Dow Jones Indices, S&P 500 Dividend Aristocrats Methodology, spglobal.com, Stand 2026
- Bundesministerium der Finanzen, Investmentsteuergesetz (InvStG) § 20 Teilfreistellung sowie DBA USA-Deutschland Anwendungsschreiben, bundesfinanzministerium.de, Stand 2025/2026
- AGNC Investment Corp. Q1 2026 Earnings Release, investor.agnc.com, abgerufen Juni 2026
- Allied Properties REIT, Press Release Dividendenkürzung Januar 2026, alliedproperties.com, Stand Januar 2026
- Modiv Industrial, Pressemitteilung Übernahme durch Global Net Lease, 03.05.2026, ir.modiv.com






